Hochschulen als Nährboden für ein lebendiges Gründerökosystem

6.fresenius-gruenderstudie
4.talitha_girmus
3.uli-kaulfuss
3.1uli-kaulfuss
2.Susanna Yi
2.1Susanna Yi
5.1diskussionsrunde
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6.Professor Andreas Homburg-Frau Marx

Feh­lende Finan­zie­rung, aber auch die per­sön­li­chen Fähig­kei­ten und das Fach­wis­sen zur Unter­neh­mens­grün­dung sind die drei am häu­figs­ten genann­ten Hemm­nisse für Stu­die­rende, um sich selbst­stän­dig zu machen. Das sind erste Ergeb­nisse einer aktu­el­len wirt­schafts­psy­cho­lo­gi­schen Stu­die über die Absicht, Unter­neh­me­rIn zu wer­den. Für sie wur­den durch den Fach­be­reich Wirt­schaft und Medien an der Entre­pre­neurship Hoch­schule Fre­se­nius in Idstein im Okto­ber und Novem­ber 364 Stu­die­rende befragt. Nicht nur Hemm­nisse, auch die gewünschte Unter­stüt­zung auf dem Weg zum eige­nen Unter­neh­men wurde the­ma­ti­siert. Auf Platz eins ste­hen Fami­lie und Freunde, gefolgt von Semi­na­ren und Work­shops zur Grün­dung schon wäh­rend des Stu­di­ums sowie dem Aus­tausch in Netz­wer­ken auf Platz drei. Wei­te­res Ergeb­nis der Befra­gung: „Die Grün­dungs­ab­sicht der Stu­die­ren­den ist hoch aus­ge­prägt“, so Pro­fes­sor Andreas Hom­burg, Lei­ter der Psy­cho­logy School am Stand­ort Idstein der Hoch­schule Fre­se­nius und gemein­sam mit Stu­die­ren­den Autor der Stu­die. „Für die Grün­dungs­mo­ti­va­tion sind die zen­tra­len Fak­to­ren die Erfolgs­er­war­tung und das soziale Umfeld.“

Auf Ein­la­dung der Hes­si­schen Grün­der­tage, mode­riert von Alice Engel von hr-iNFO dis­ku­tier­ten Maxi­mi­lian Faust, Lei­ter Com­pe­tence Cen­ter Entre­pre­neurship Hoch­schule Fre­se­nius, Peter Schmies, Pro­fes­sor für Mode- und Design­ma­nage­ment an der AMD Aka­de­mie Mode & Design, Fach­be­reich Design der Hoch­schule Fre­se­nius, Sven Cla­sen, Lei­ter des Amtes für Wirt­schaft und Lie­gen­schaf­ten Wies­ba­den sowie Dr. Mat­thias Wal­lisch, stell­ver­tre­ten­der Lei­ter „Fach­be­reich Grün­dung und Inno­va­tion“ am RKW Kom­pe­tenz­zen­trum am Diens­tag­abend, 20. Novem­ber 2018 im Loft­werk – Gold­schmiede, Genuss & Kunst in Wies­ba­den, die Stu­di­en­ergeb­nisse.

Der Mode­markt befin­det sich in einem her­aus­for­dern­den Umfeld, dass von Digi­ta­li­sie­rung sowie dem Inter­esse an Nach­hal­tig­keit geprägt ist“, erklärte Pro­fes­sor Peter Schmies. Der­zeit gebe es ein Über­an­ge­bot an Ware am Markt. „Das führt zu einer Ent­wer­tung der Pro­dukte einer­seits sowie zu einer Ver­stär­kung an den Rän­dern Dis­count und Luxury ande­rer­seits. Aus die­ser Markt­si­tua­tion erge­ben sich Chan­cen für neue, span­nende Kon­zepte“, so Schmies wei­ter. Er for­dert vor allem die sys­te­ma­ti­sche Unter­stüt­zung von Grün­dungs­ideen mit star­ker Fokus­sie­rung auf die Ent­wick­lung von Idee und Kon­zept sowie einem inspi­rie­ren­den Umfeld, dass die Umset­zung mit einer Start-up-Kul­tur und wei­tere Maß­nah­men unter­stützt.

Grün­der brau­chen gerade in den ers­ten Jah­ren mehr Ent­las­tung, ins­be­son­dere bei den The­men Kran­ken­kasse und Ver­si­che­run­gen“, ergänzte der stell­ver­tre­tende Lei­ter des Fach­be­reichs „Grün­dung und Inno­va­tion“ am RKW Kom­pe­tenz­zen­trum Mat­thias Wal­lisch. Das RKW unter­stützt Grün­der­öko­sys­teme bei­spiels­weise durch For­schung und Publi­ka­tio­nen, die Ent­wick­lung von Netz­wer­ken sowie mit Work­shops für Grün­der.

Sven Cla­sen stellte die Ange­bote der Lan­des­haupt­stadt Wies­ba­den für Grün­dungs­in­ter­es­sierte, für Grün­der und für Jung­un­ter­neh­mer vor. „Stu­den­ten, Absol­ven­ten und For­scher haben viel­fach inno­va­tive Ideen oder her­aus­ra­gende For­schungs­er­geb­nisse, die im Rah­men einer Aus­grün­dung ver­wer­tet wer­den kön­nen. Dazu müs­sen die Hoch­schu­len ihre Wis­sen­schaft­ler und Stu­den­ten früh­zei­tig ermu­ti­gen und unter­stüt­zen, ihre inno­va­ti­ven Ideen, Erfin­dun­gen oder For­schungs­er­geb­nisse im eige­nen Unter­neh­men zur Pro­dukt­reife zu ent­wi­ckeln,“ sagte Cla­sen. „Wir unter­stüt­zen dabei durch unsere pro­fes­sio­nell auf­ge­stell­ten kom­mu­na­len Grün­dungs­ein­rich­tun­gen wie EXINA und Berufs­wege für Frauen. Oft­mals mit dem Resul­tat nicht nur erfolg­rei­cher Grün­dun­gen, son­dern in Preis­trä­ger­schaft her­aus­ra­gen­der Grün­dun­gen, wie es auch im Rah­men des Hes­si­schen Grün­der­prei­ses zu beob­ach­ten war.“ Wies­ba­den war in die­sem Jahr der Regio­nal­part­ner des Hes­si­schen Grün­der­prei­ses, zwei der zwölf Preis­trä­ger 2018 kom­men eben­falls aus der Lan­des­haupt­stadt.

Die regio­na­len Hoch­schu­len müs­sen mit ins Boot geholt wer­den, denn sie sind der Nähr­bo­den für ein funk­tio­nie­ren­des und leben­di­ges Grün­der­öko­sys­tem“, fin­det Maxi­mi­lian Faust. „In Wies­ba­den hat sich in den letz­ten Jah­ren rund um das Thema Grün­dung eini­ges getan. Eine tolle Ent­wick­lung, zu der viele Akteure in Wies­ba­den ihr Enga­ge­ment bei­steu­ern. Viele wis­sen aber auch, dass Wies­ba­den noch viel mehr Poten­zial hat“, so Faust wei­ter. Zwar ent­deck­ten mehr und mehr Uni­ver­si­tä­ten in Wies­ba­den das Thema Grün­den für sich, „aber bis zu einer durch­gän­gi­gen Grün­der­kul­tur ist es für viele Hoch­schu­len noch ein wei­ter Weg.“ Er wünscht sich für die Zukunft zum Thema mehr Ver­net­zung der Akteure im gesam­ten Grün­der­öko­sys­tem, eine bes­sere Sicht­bar­keit der Region sowie erfolg­rei­che Start-Up-Leucht­türme, die ein star­kes regio­na­les Grün­der­öko­sys­tem reprä­sen­tie­ren.

Vor der Dis­kus­sion gab es eine „Moden­schau“ von Start­ups. Karl Baum­gar­ten stellte seine Online-Mode­platt­form KLEID­GEIST vor und Susanna Schmitt vom Mode­la­bel SUSANNA YI, Preis­trä­ge­rin BEST OF BRI­TISH Award, zeigte ihre Mode für Frauen. Uli Kaul­fuß prä­sen­tierte seine Com­Fash App und Tali­tha Genius berich­tete, wie sie mit Mr.Pokee zur sehr erfolg­rei­chen Influ­ce­rin auf Insta­gram mit mehr als einer Mil­lio­nen Fol­lo­wern wurde. Nach der Dis­kus­sion prä­sen­tie­ren sich die Gewin­ner und Preis­trä­ger des Hes­si­schen Grün­der­prei­ses 2018 in der Kate­go­rie „Grün­den aus der Hoch­schule“. Das sind Malte Bür­ger, Jan Herold und Johan­nes Feik von Prak­ti­kums­jahr, Kizito Odhiambo von Agri­bora sowie Kho­d­abakhshi Shahrokh, Pouya Haschemi und Jörg Krei­sel von HOSTmi.

Quelle:
Zentralredaktion.de
www.hessischer-gruenderpreis.de