An wel­chem Pro­jekt / Job / Event arbei­ten Sie gerade? Erzäh­len Sie uns bitte etwas über Moti­va­tion und Inhalt.
Als Brand­ma­na­ger bin ich im wei­tes­ten Sinne für die betriebs­wirt­schaft­li­che Kol­lek­ti­ons­ent­wick­lung ver­ant­wort­lich. Kurz gesagt dafür, dass wir das RICH­TIGE Pro­dukt zum RICH­TI­GEN Preis haben. Da wir 4 Kol­lek­tio­nen im Jahr haben, arbei­ten wir immer an meh­re­ren Kol­lek­tio­nen gleich­zei­tig, die sich jeweils an einem ande­ren Zeit­punkt des Ent­wick­lungs-Zyklus­ses befin­den. Aktu­ell habe ich grade den Kol­lek­ti­ons­rah­men­plan für die Pre Spring 19 Kol­lek­tion an unsere Design­teams über­ge­ben, wor­auf­hin die Kol­lek­ti­ons­ent­wick­lung beginnt. Fer­ner waren vor weni­gen Wochen die Sales-Ver­tre­ter unse­rer wich­tigs­ten Märkte im Haus, denen wir den aktu­ells­ten Ent­wick­lungs­stand der Fall Win­ter 18 Kol­lek­tion prä­sen­tiert haben, um noch­mal sicher­zu­stel­len, dass alle Markt­an­for­de­run­gen abge­bil­det wer­den. Zu guter Letzt sind grad die sales­man sam­ples der Pre Fall 18 Kol­lek­tion ein­ge­gan­gen, anhand derer der Preis­auf­bau der Kol­lek­tion, sowie Kom­ple­xi­tä­ten noch ein­mal final über­prüft und dann für die Ver­kaufs­phase in den Show­rooms welt­weit frei­ge­ge­ben wird.

Meine Tätig­kei­ten haben also eine stark betriebs­wirt­schaft­li­che Grund­lage, es steht jedoch immer das Pro­dukt im Fokus. Dies erfor­dert glei­cher­mas­sen modi­sches und tex­ti­les Wis­sen, sowie ana­ly­ti­sche und stra­te­gi­sche Kom­pe­ten­zen.

 

Auf wel­che Weise hat das Stu­dium an der AMD Ihnen beim Über­gang in den Job gehol­fen und auf die jet­zige Arbeit vor­be­rei­tet?
Genau in die­sen Berei­chen konnte ich durch mein Mode- und Design­ma­nage­ment (B.A.) Stu­dium gute Grund­la­gen schaf­fen. Natür­lich ist betriebs­wirt­schaft­li­ches Ver­ständ­nis die Grund­lage für einen sol­chen Job. Stu­di­en­in­halte wie BWL, VWL, Wirt­schafts­ma­the­ma­tik und der­glei­chen kom­men hier zum Tra­gen. Ins­be­son­dere aber der modisch tex­tile Teil des Stu­di­ums ver­schafft mir aber hier einen Wis­sens­vor­teil den rei­nen BWLern gegen­über. Trend­ge­spür, tex­ti­les Fach­wis­sen über Fasern und Gewebe, sowie qua­li­ta­ti­ves Urteils­ver­mö­gen in Rich­tung Fer­ti­gungs­qua­li­tät sind Kom­pe­ten­zen, von denen ich im Arbeits­all­tag immer wie­der Gebrauch machen kann. Von daher emp­finde ich das Stu­dium als gute Grund­lage für meine aktu­elle Tätig­keit. Auch die Breite des Stu­di­ums ermög­licht es, mit vie­len wei­te­ren Schnitt­stel­len, wie Bei­spiels­weise Mar­ke­ting oder VM, nicht ganz ohne Vor­wis­sen dis­ku­tie­ren zu kön­nen.

 

Rück­bli­ckend: Was bedeu­tet das Stu­dium an der AMD für Sie?
Das Stu­dium bedeu­tet für mich eine fun­dierte und breite Basis für den Ein­stieg in die Mode­bran­che. Auch der Fakt, dass einem immer wie­der AMD Absol­ven­ten in den ver­schie­dens­ten Posi­tio­nen und Berei­chen begeg­nen, spricht für die AMD.

 

Gibt es Preise oder Aus­zeich­nun­gen, die Sie nach Ihrem Stu­dium erhal­ten haben?
Preise oder Aus­zeich­nun­gen nicht direkt. Meine letzte Kol­lek­tion als Pro­dukt­ma­na­ger und -ent­wick­ler bei Reusch, einem deut­schen Sport­ar­ti­kel­her­stel­ler, vor mei­nem Wech­sel zu Hugo Boss war aller­dings die am Meis­ten ver­kaufte Tor­wart­hand­schuh Kol­lek­tion, die das Unter­neh­men bis dato ver­zeich­nen konnte. Das war für mich per­sön­lich eine sehr schöne Aus­zeich­nung.

 

Gibt es etwas, dass Sie jun­gen Stu­die­ren­den gerne mit auf den Weg geben wür­den?
Prak­ti­sche Erfah­run­gen sind nach wie vor ein sehr wich­ti­ges Kri­te­rium ins­be­son­dere für den Berufs­ein­stieg. Theo­re­ti­sches Grund­wis­sen ist wich­tig, hat jedoch noch mehr Gewicht, wenn man weiss, wie die­ses im Berufs­all­tag anzu­wen­den ist. Daher sind Prak­tika mehr als emp­feh­lens­wert. Auch um her­aus­zu­fin­den, in wel­chem Bereich genau man spä­ter ein­mal tätig sein möchte. Gerad­li­nige Lebens­läufe wer­den jedoch immer sel­te­ner, daher ist sich in ver­schie­de­nen Din­gen aus­zu­pro­bie­ren gar­nicht so ver­kehrt, son­dern sogar emp­feh­lens­wert. Getreu dem Akro­nym VUCA (vola­ti­lity, uncer­tainty, com­ple­xity, ambi­guity) leben wir in einer immer kom­ple­xer wer­den­den Welt, was es immer unab­ding­ba­rer macht, mög­lichst inter­dis­zi­pli­näre Teams zusam­men­zu­stel­len, um auch für die kom­ple­xes­ten Pro­blem­stel­lun­gen Lösungs­an­sätze zu fin­den. Im glei­chen Zuge bedeu­tet dies, das fach­li­che Kom­pe­ten­zen allein nicht mehr aus­rei­chend sind und den wei­chen, sozia­len Kom­pe­ten­zen min­des­tens genau so viel Wert bei­zu­mes­sen ist. Dies wie­derum führt zum mei­ner Mei­nung nach drit­ten wich­ti­gen Punkt im Berufs­all­tag, Net­wor­king! Vit­amin B(eziehung) und grosse beruf­li­che Netz­werke kön­nen einem viele Türe öff­nen!