Ein Pro­jekt der MD12-STU­DEN­TEN unter der Lei­tung von Prof. Neli Mit­ewa und mit Unter­stüt­zung der Firma Ala­bani

Prä­sen­ta­tion auf der Sofia Design Week

Die Schön­heit liegt im Auge des Betrach­ters”, und wenn ihr das japa­ni­sche Prin­zipwabisabi zugrunde liegt, dann ist sie unvollkommen,vergänglichund frag­men­ta­risch. In der melan­cho­li­schen Betrach­tung des Unschein­ba­ren, des in Ein­sam­keit und Stille Gehüll­ten, des Zeit­raums zwi­schen dem Gegen­wär­ti­gen und dem Ewi­gen wer­den wir uns unse­rer Ver­gäng­lich­keit bewusst und ent­de­cken in ihr das Poten­tial zu einem Neu­an­fang.

Zu Zei­ten, die von Natur­ka­ta­stro­phen und von durch die Men­schen ver­ur­sach­ten Zer­stö­run­gen erschüt­tert wer­den, wird das Ver­lan­gen nach der Erhal­tung des Wert­vol­len, Authen­ti­schen, nach dem Ver­zicht auf alles Über­flüs­sige und Unnö­tige immer greif­ba­rer. Die neue Askese führt zu einer Berei­ni­gung, nach der nur die wesent­li­chen Ele­mente übrig blei­ben, und berei­tet den Weg für eine Ästhe­tik der Zurück­hal­tung.

In der Mode fin­det diese Zurück­hal­tung und Spi­ri­tua­li­tät in der Limi­tie­rung der Details ihren Aus­druck, in der ver­steck­ten Funk­tio­na­li­tät der Beklei­dung und in der intel­li­gen­ten Bear­bei­tung der Ober­flä­chen, die an glü­hende Kohle, Asche, ver­brannte Mate­ria­lien mit kleb­ri­gen Beschich­tun­gen, an geschmol­ze­nen Teer erin­nern. Die Far­ben schei­nen zwi­schen den Fasern der Stoffe zu „blu­ten“, sie ver­blas­sen oder aber wer­den bis zu einem tie­fen Schwarz hin gesät­tigt. Die Mate­ria­lien wir­ken ver­al­tet, ver­kohlt, so, als ob sie das Ende der Welt über­lebt haben…

Die Beschäf­ti­gung mit der Ver­gäng­lich­keit des Daseins führt jedoch nicht zu einem Nihi­lis­mus, son­dern inspi­riert zu einem Neu­an­fang: aus den Trüm­mern über­leb­ter Werte und Lebens­wei­sen ent­steht etwas Neues und Kon­struk­ti­ves.

Die AMD-Stu­den­ten des 5.Semesters im Fach­be­reich Mode­de­sign von Prof.Neli Mit­ewa bear­bei­te­ten die­ses Thema inner­halb ihres Krea­ti­ven Pro­jekts. Die Haupt­ma­te­ria­lien, mit denen sie gear­bei­tet haben, waren Spit­zen­stoffe in dunk­len Farb­tö­nen, die eigens für das Pro­jekt von der Firma Albani mit Unter­stüt­zung der AMD-Dozen­tin Silke Steyer ent­wi­ckelt, ein­ge­färbt und den Stu­den­ten zur Ver­fü­gung gestellt wur­den. Zusätz­lich dazu haben die Stu­den­ten ihre eige­nen expe­ri­men­tell her­ge­stell­ten Ober­flä­chen ent­wi­ckelt. Auf­gabe war es auch, sich ein the­men­be­zo­ge­nes Foto-Shoot-Kon­zept zu über­le­gen. Die bes­ten ent­stan­de­nen Arbei­ten wur­den von Prof.Mitewa für die Aus­schrei­bung zur Teil­nahme an der Sofia Design Week, dem größ­ten Design-Fes­ti­val in Sofia, Bul­ga­rien ein­ge­reicht. Das Pro­jekt unter dem Titel „Ghosts of Melan­cho­lia“ wurde von den Kura­to­ren der Sofia Design Week aus­ge­wählt und im Rah­men der inter­na­tio­na­len Design-Platt­form, bei deren Aus­ga­ben u.a. auch Arbei­ten sol­cher bedeu­ten­der Desi­gner­na­men wie Kon­stan­tin Grcic oder Matali Cras­set prä­sen­tiert wur­den, der brei­ten desi­gnori­en­tier­ten Öffent­lich­keit in Sofia zwi­schen dem 21.-30.06.2013 gezeigt.

An der Prä­sen­ta­tion des Pro­jek­tes „Ghosts of Melan­cho­lia“ im Rah­men der Sofia Design Weeknah­men fol­gende MD12-Stu­den­ten teil:

Adria Costa, Sarah Buor­tesch, Katha­rina Weber, The­resa Rei­ter, Katja Heid­rich, Katha­rina Schlögl, Isa­bella Bauer, Fran­ziska Cebulj, Shirin Seyed-Gha­emi, Ber­na­dette Alt­mep­pen, Tho­mas Gas­tei­ger, Bianca Hei­gen­hau­ser, Corinna Mikschl

© Foto: Mar­cus Schae­fer